Verlangt Gott nicht Tieropfer?

Nein. Die Hebräische („Alte") und die Christliche („Neue") Schrift lehnen beide von Anfang bis Ende das Töten von Tieren ab. In der Hebräischen Schrift ist Gott Liebe – vom friedlichen Garten Eden bis zu den Endzeit-Visionen der Propheten, wo selbst der Löwe sich mit dem Lamm niederlegt. In der Christlichen Schrift greift Jesus während seiner gesamten Wirkungszeit immer das Opfern von Tieren an, von der ersten Handlung (Taufe) an bis zur letzten (Kreuzigung). Interessanterweise ist die Frage des Tieropfers hinsichtlich der vegetarischen Lebensweise Jesu ein Kernpunkt, da nach dem Opfern der Tiere, deren Leichen gegessen wurden.

Die Hebräische Schrift:
Es gibt keine Tieropfer in Gottes idealer Welt, symbolisiert durch den Garten Eden und Gottes Heiligen Berg, der durch die Propheten vorhergesagt wurde (Jesaja 11). Tatsächlich ist der Garten Eden vollkommen vegetarisch (Genesis 1,29), und Gott verlangt nie das Opfern von Tieren (Jeremia 7,22).

Micha, Amos, Jesaja, Jeremia und Hosea verdammen alle das Opfern von Tieren. Hosea und Jeremia erklären unmissverständlich, dass Menschen das Tieropfer als Entschuldigung für den Verzehr von Fleisch erfanden: „Schlachtopfer lieben sie, sie opfern Fleisch und essen davon; der Herr aber hat kein Gefallen an ihnen. Jetzt denkt er an ihre Schuld und straft sie für ihre Sünden."

Die Hebräische Schrift wurde lange Zeit dazu benutzt, viele Grausamkeiten zu rechtfertigen, von Sklaverei über Hexenverbrennungen, Inquisition, Missbrauch in der Ehe bis zum Missbrauch von Kindern. Galileo wurde vom Papst zur Folter verurteilt, um ihn zu zwingen, von der Häresie abzuschwören, die Erde drehe sich um die Sonne, wozu die Texte der Genesis im Widerspruch stehen. Nach Levitikus sollten Hexen verbrannt und Ehebrecher, ungehorsame Kinder und Menschen, die den Sabbat nicht einhalten, zu Tode gesteinigt werden. Leprakranke und Behinderte waren unrein und sollten Tempel nicht betreten. Ein bemitleidenswerter Mann im Buch Numeri (16) wird zu Tode gesteinigt, weil er am Sabbat Holz gesammelt hatte. Er wird von Moses und den Israeliten getötet, als Gott den Befehl dazu gibt. Lot wird als rechtschaffen angesehen, sogar nachdem er im Genesis-Text (19) seine jungfräulichen Töchter den Männern vor dem Tor angeboten hat.

Hier ist nicht der Punkt, dass Gott gewalttätig und grausam ist. Gott ist Liebe, wie Seine Worte durch die Propheten verdeutlichen. Das Alte Testament ist mehr eine Geschichte als eine Erklärung des Willens Gottes, mit Ausnahme des Gartens Eden (Gottes idealer Welt, nach der wir alle streben sollen) und der prophetischen Visionen (in der Er uns sagt, dass Ihn zu kennen bedeutet, gerecht, barmherzig und bescheiden zu sein). Das Essen von Fleisch ist Teil der gefallenen Schöpfung, genauso wie das Steinigen wegen Ehebruchs und die „Auge-um-Auge"-Moral, die beide laut einer Lesart der Hebräischen Schrift von Gott verlangt, jedoch von den Propheten verurteilt und von Jesus als Fehlauslegung verdammt werden.

Die Christliche Schrift:
Jesus greift immer das Opfern von Tieren an, von der ersten Handlung in seiner Wirkungszeit (Taufe) an bis zur letzten (Kreuzigung). Sein Leben verbringt er mit dem Predigen von Barmherzigkeit und Mitgefühl und greift unmissverständlich den Tempelkult an, einen Kult der Tieropfer. Vier Punkte sind besonders relevant.

Erstens wurde das Opfern von Tieren zur Zeit Jesu von vielen als einzige Methode zur Vergebung von Sünden angesehen. Die radikalen vegetarisch lebenden Juden orientierten sich am ewigen Gesetz Gottes, dem Gesetz des Gartens Eden und der Propheten (z. B. Hosea 2,18, Jesaja 11,6-9) und führten die Taufe als Vergebung von Sünden ein. So sagt Jesus unzählige Male im Laufe seiner Wirkungszeit, indem er die Propheten zitiert, dass seine Anhänger lernen müssen zu verstehen, was Gott meint, wenn Er durch den Propheten Hosea sagt: „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer." (Matthäus 9,13, 12,6-7) Gott spricht hier von Tieropfern.

Die Betonung der Taufe im Evangelium und in der Apostelgeschichte hat nicht dieselbe Wirkung auf uns wie sie es im Palästina des Ersten Jahrhunderts gehabt hat, doch die Menschen zur Zeit Jesu verstanden, dass die Taufe die vollkommene Ablehnung der Grausamkeit und des Blutvergießens symbolisierte, die das Töten von Tieren für Vergebung bedeutete. Johannes der Täufer bereitet Jesus den Weg, indem er in der Wüste erscheint und ihm die „Taufe der Reue für die Vergebung der Sünden predigt". Lukas erklärt, dass der „Wille Gottes" die Taufe für die Vergebung der Sünden sei, „wohingegen die Pharisäer und die Gesetzeslehrer, da sie sich nicht taufen ließen, diesen Willen Gottes missachteten". Diese vollkommene Ablehnung von Tieropfern (und des damit einhergehenden karnivoren Essens) können nicht zuviel betont werden.

Zweitens wurden Tiere im Tempel geopfert, weshalb die vegetarisch lebenden Juden zur Zeit Jesu den Tempel ablehnten. Jesus spricht durchweg davon, den Tempel einzureißen und den Tempel umzustürzen. Jesus betritt den Tempel und jagt die Geldwechsler und Tierhändler hinaus. Er zitiert aus Jeremia 7, was die Menschen im Palästina des Ersten Jahrhunderts wiedererkannt hätten:

In Jeremia 7 sagt Gott, dass Er niemals Tieropfer beabsichtigt hat und stellt eine direkte Verbindung her zwischen dem Opfern von Tieren und dem Essen von Fleisch. Der Evangelist Johannes stuft dies als die erste Handlung in der Wirkungszeit Jesu ein und stellt sie noch vor den Sabbat („Als das Passahfest gekommen war, ging Jesus nach Jerusalem. In den Tempelhof?"). Jesus betritt den Tempel und hindert die Menschen daran, Tiere für das Sabbatmahl zu opfern. Der entscheidende Punkt ist, dass diese Menschen nur Tiere verkauften, und dies nur zur Opferung. Die Menschen würden aber das Fleisch des getöteten Tieres essen.

Drittens feierten die vegetarisch lebenden Juden als ein wichtiger Aspekt ihres Glaubens ein vollkommen orthodoxes vegetarisches Passahfest. Johannes ordnet das erste Wunder der Vermehrung beim Passahfest ein, doch die Jünger fragen Jesus nur „Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben?", wobei sie nicht einen Gedanken an Lamm verschwenden, das gegessen worden wäre, wären sie nicht Vegetarier gewesen, die Tieropfer ablehnten. Das letzte Abendmahl war ein Passahmahl und war ebenfalls offenbar vegetarisch. Laut Johannes jagt Jesus diejenigen, die Tiere für das Passahfest opferten, aus dem Tempel hinaus, in klarer Zurückweisung der Vorstellung eines Passahfestes, das den Tod eines Lammes erforderte.

Viertens und endlich ist der Tod Jesu am Kreuz für Christen das letzte Opfer, und die Anhänger Jesu feiern Sein Andenken weiterhin mit vegetarischen Speisen, Brot und Wein.

Schlussfolgerung:
Tieropfer waren nie ein Teil von Gottes Plan, wie es klar in Genesis 1 angeführt wird. Tieropfer werden von Gott durch die Propheten und durch Jesus während seines ganzen Lebens verdammt. Jesu Ablehnung von Tieropfern ist ein starker Beweis für seine vegetarische Lebensweise.

 

 

 

 

 

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