![]() |
||
|
|
|
Verlangt Gott nicht Tieropfer? Nein. Die Hebräische („Alte") und die Christliche („Neue") Schrift
lehnen beide von Anfang bis Ende das Töten von Tieren ab. In der
Hebräischen Schrift ist Gott Liebe – vom friedlichen Garten Eden bis zu
den Endzeit-Visionen der Propheten, wo selbst der Löwe sich mit dem Lamm
niederlegt. In der Christlichen Schrift greift Jesus während seiner
gesamten Wirkungszeit immer das Opfern von Tieren an, von der ersten
Handlung (Taufe) an bis zur letzten (Kreuzigung). Interessanterweise ist
die Frage des Tieropfers hinsichtlich der vegetarischen Lebensweise Jesu
ein Kernpunkt, da nach dem Opfern der Tiere, deren Leichen gegessen
wurden.
Die Hebräische Schrift:
Micha, Amos, Jesaja, Jeremia und Hosea verdammen alle das Opfern von
Tieren. Hosea und Jeremia erklären unmissverständlich, dass Menschen das
Tieropfer als Entschuldigung für den Verzehr von Fleisch erfanden:
„Schlachtopfer lieben sie, sie opfern Fleisch und essen davon; der Herr
aber hat kein Gefallen an ihnen. Jetzt denkt er an ihre Schuld und
straft sie für ihre Sünden."
Die Hebräische Schrift wurde lange Zeit dazu benutzt, viele
Grausamkeiten zu rechtfertigen, von Sklaverei über Hexenverbrennungen,
Inquisition, Missbrauch in der Ehe bis zum Missbrauch von Kindern.
Galileo wurde vom Papst zur Folter verurteilt, um ihn zu zwingen, von
der Häresie abzuschwören, die Erde drehe sich um die Sonne, wozu die
Texte der Genesis im Widerspruch stehen. Nach Levitikus sollten Hexen
verbrannt und Ehebrecher, ungehorsame
Kinder und Menschen, die den Sabbat nicht einhalten, zu Tode gesteinigt
werden. Leprakranke und Behinderte waren unrein und sollten Tempel nicht
betreten. Ein bemitleidenswerter Mann im Buch Numeri (16) wird zu Tode
gesteinigt, weil er am Sabbat Holz gesammelt hatte. Er wird von Moses
und den Israeliten getötet, als Gott den Befehl dazu gibt. Lot wird als
rechtschaffen angesehen, sogar nachdem er im Genesis-Text (19) seine
jungfräulichen Töchter den Männern vor dem Tor angeboten hat.
Hier ist nicht der Punkt, dass Gott gewalttätig und grausam ist. Gott
ist Liebe, wie Seine Worte durch die Propheten verdeutlichen. Das Alte
Testament ist mehr eine Geschichte als eine Erklärung des Willens
Gottes, mit Ausnahme des Gartens Eden (Gottes idealer Welt, nach der wir
alle streben sollen) und der prophetischen Visionen (in der Er uns sagt,
dass Ihn zu kennen bedeutet, gerecht, barmherzig und bescheiden zu
sein). Das Essen von Fleisch ist Teil der gefallenen Schöpfung, genauso
wie das Steinigen wegen Ehebruchs und die „Auge-um-Auge"-Moral, die
beide laut einer Lesart der Hebräischen Schrift von Gott verlangt,
jedoch von den Propheten verurteilt und von Jesus als Fehlauslegung
verdammt werden.
Die Christliche Schrift:
Erstens wurde das Opfern von Tieren zur Zeit Jesu von vielen als einzige
Methode zur Vergebung von Sünden angesehen. Die radikalen vegetarisch
lebenden Juden orientierten sich am ewigen Gesetz Gottes, dem Gesetz des
Gartens Eden und der Propheten (z. B. Hosea 2,18, Jesaja 11,6-9) und
führten die Taufe als Vergebung von Sünden ein. So sagt Jesus unzählige
Male im Laufe seiner Wirkungszeit, indem er die Propheten zitiert, dass
seine Anhänger lernen müssen zu verstehen, was Gott meint, wenn Er durch
den Propheten Hosea sagt: „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer."
(Matthäus 9,13, 12,6-7) Gott spricht hier von Tieropfern.
Die Betonung der Taufe im Evangelium und in der Apostelgeschichte hat
nicht dieselbe Wirkung auf uns wie sie es im Palästina des Ersten
Jahrhunderts gehabt hat, doch die Menschen zur Zeit Jesu verstanden,
dass die Taufe die vollkommene Ablehnung der Grausamkeit und des
Blutvergießens symbolisierte, die das Töten von Tieren für Vergebung
bedeutete. Johannes der Täufer bereitet Jesus den Weg, indem er in der
Wüste erscheint und ihm die „Taufe der Reue für die Vergebung der Sünden
predigt". Lukas erklärt, dass der „Wille Gottes" die Taufe für die
Vergebung der Sünden sei, „wohingegen die Pharisäer und die
Gesetzeslehrer, da sie sich nicht taufen ließen, diesen Willen Gottes
missachteten". Diese vollkommene Ablehnung von Tieropfern (und des damit
einhergehenden karnivoren Essens) können nicht zuviel betont werden.
Zweitens wurden Tiere im Tempel geopfert, weshalb die vegetarisch
lebenden Juden zur Zeit Jesu den Tempel ablehnten. Jesus spricht
durchweg davon, den Tempel einzureißen und den Tempel umzustürzen. Jesus
betritt den Tempel und jagt die Geldwechsler und Tierhändler hinaus. Er
zitiert aus Jeremia 7, was die Menschen im Palästina des Ersten
Jahrhunderts wiedererkannt hätten:
In Jeremia 7 sagt Gott, dass Er niemals Tieropfer beabsichtigt hat und
stellt eine direkte Verbindung her zwischen dem Opfern von Tieren und
dem Essen von Fleisch. Der Evangelist Johannes stuft dies als die erste
Handlung in der Wirkungszeit Jesu ein und stellt sie noch vor den Sabbat
(„Als das Passahfest gekommen war, ging Jesus nach Jerusalem. In den
Tempelhof?"). Jesus betritt den Tempel und hindert die Menschen daran,
Tiere für das Sabbatmahl zu opfern. Der entscheidende Punkt ist, dass
diese Menschen nur Tiere verkauften, und dies nur zur Opferung. Die
Menschen würden aber das Fleisch des getöteten Tieres essen.
Drittens feierten die vegetarisch lebenden Juden als ein wichtiger
Aspekt ihres Glaubens ein vollkommen orthodoxes vegetarisches
Passahfest. Johannes ordnet das erste Wunder der Vermehrung beim
Passahfest ein, doch die Jünger fragen Jesus nur „Wo sollen wir Brot
kaufen, damit diese Leute zu essen haben?", wobei sie nicht einen
Gedanken an Lamm verschwenden, das gegessen worden wäre, wären sie nicht
Vegetarier gewesen, die Tieropfer ablehnten. Das letzte Abendmahl war
ein Passahmahl und war ebenfalls offenbar vegetarisch. Laut Johannes
jagt Jesus diejenigen, die Tiere für das Passahfest opferten, aus dem
Tempel hinaus, in klarer Zurückweisung der Vorstellung eines
Passahfestes, das den Tod eines Lammes erforderte.
Viertens und endlich ist der Tod Jesu am Kreuz für Christen das letzte
Opfer, und die Anhänger Jesu feiern Sein Andenken weiterhin mit
vegetarischen Speisen, Brot und Wein.
Schlussfolgerung:
|
![]() |
Home | Häufig gestellte Fragen | Was Sie tun können | Links
|
Postfach 311503 70475 Stuttgart Tel. (0711) 8 66 61 65 Fax (0711) 8 66 61 66 |
|